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Das Schweigen des Lammes
Nein, es geht nicht um Hannibal Lector.
Es geht auch nicht um Clarice Starling. Es geht auch nicht um Kannibalismus. Und es geht nicht um üble Todesfälle.
Obwohl.... Da sagt einer zu seinen Freunde, das hier sei sein Leib und den sollen sie essen und drückt Ihnen ein Stück Brot
in die Hand.... aber das ist kein Kannibalismus. Und da geht es tatsächlich um eine der schrecklichsten Todesarten die sich Menschen ausgedacht haben.
Wirklich wichtig ist aber etwas anderes: Seit 2000 Jahren gibt man Jesus den Ehrentitel: “Lamm”. Das heißt in vielen verschiedenen Bildern:
Er ist unschuldig wie ein Lamm.
Als Opferlamm
trägt er stellvertretend für andere die Schuld.
Und das Lamm wehrt sich nicht sondern lässt alles über sich ergehen.
Aber dieser Jesus ist kein Opfer dieser Situation, sondern es ist der Gehorsam
gegenüber seinem Vater im Himmel der Ihn Schritt für Schritt diesen Weg gehen lässt. Es ist spannend zu lesen an welchen Stellen, bei welchen Vorwürfen Jesus schweigt.
Und es ist spannend bei welcher Frage er, ein einzige Mal eine Antwort gibt. Entdecke: Das Schweigen des Lammes.
Jesus vor dem Hohen Rat
Mk 14,53-65 \ Jesus vor dem Hohen Rat 53 Und sie führten Jesus zu dem Hohenpriester; und es versammelten sich alle Hohenpriester und Ältesten und Schriftgelehrten.
54 Petrus aber folgte ihm nach von ferne, bis hinein in den Palast des Hohenpriesters, und saß da bei den Knechten und wärmte sich am Feuer.
55 Aber die Hohenpriester und der ganze Hohe Rat suchten Zeugnis gegen Jesus, dass sie ihn zu Tode brächten, und fanden nichts.
56 Denn viele gaben falsches Zeugnis ab gegen ihn; aber ihr Zeugnis stimmte nicht überein. 57 Und einige standen auf und gaben falsches Zeugnis ab gegen ihn und sprachen:
58 Wir haben gehört, dass er gesagt hat: Ich will diesen Tempel, der mit Händen gemacht ist, abbrechen und in drei Tagen einen andern bauen, der nicht mit Händen gemacht ist.
59 Aber ihr Zeugnis stimmte auch so nicht überein. 60 Und der Hohepriester stand auf, trat in die Mitte und fragte Jesus und sprach: Antwortest du nichts auf das, was diese gegen dich bezeugen?
61 Er aber schwieg still und antwortete nichts. Da fragte ihn der Hohepriester abermals und sprach zu ihm: Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten?
62 Jesus aber sprach: Ich bin's; und ihr werdet sehen den Menschensohn sitzen zur Rechten der Kraft und kommen mit den Wolken des Himmels.
63 Da zerriss der Hohepriester seine Kleider und sprach: Was bedürfen wir weiterer Zeugen? 64 Ihr habt die Gotteslästerung gehört. Was ist euer Urteil? Sie aber verurteilten ihn alle, dass er des
Todes schuldig sei. 65 Da fingen einige an, ihn anzuspeien und sein Angesicht zu verdecken und ihn mit Fäusten zu schlagen und zu ihm zu sagen: Weissage uns! Und die Knechte schlugen ihn ins Angesicht.
Schneller Prozeß Es hat alles wie geplant funktioniert. Judas hat den Verrat begangen, und den Soldaten im Dunkel gezeigt wer der Männer Jesus ist. Sie haben ihn
ergriffen und mitten in der Nacht abgeführt. Es gab zwar einen Zwischenfall bei der Festnahme aber Jesus selbst hat seine Jünger beschwichtigt nicht
gewalttätig zu werden. Trotzdem muss alles ganz schnell gehen. Die Volksmenge darf nichts davon mitbekommen und vor dem Peschach, wenn Jerusalem voll von Menschen
ist, soll der Fall Jesus bereits abgeschlossen sein. Aber es bleibt nicht viel Zeit. Wenn alles klappen soll muss Jesus morgen hingerichtet werden, damit er morgen Abend vor
dem Peschach tot ist. D.h.morgen früh müssen die Römer dem Urteil beipflichten und sofort das Urteil vollstrecken. Für die jüdische Gerichtsverhandlung bleibt also nur diese
Nacht. Es muss ein sehr schneller Prozeß werden. Natürlich ist es kein fairer Prozeß, denn das Urteil steht von vorne herein fest:
Mk 14,55 Aber die Hohenpriester und der ganze Hohe Rat suchten Zeugnis gegen Jesus, dass sie ihn zu Tode
brächten.
Das Urteil steht bereits fest und das ganze Verfahren ist eine Farce.
Man hat den ganzen Sanhedrin zusammengetrommelt, mitten in der Nacht. Es waren wahrscheinlich nahezu 70 Männer die mitten in der Nacht als Hoher Rat getagt haben
und der Hohepriester. Alle treffen sich um diese Uhrzeit, das war gut vorbereitet. Ein abgekartetes Spiel. Aber natürlich sollte am Ende alles den Anschein haben das hier Recht gesprochen
wurde und deshalb gab es dieses Verfahren. Im Zweifelsfall konnte man immer noch die Römer verantwortlich machen. Aber zunächst brauchten Sie ein hieb- und stichfestes Urteil. Und so schreibt Markus:
Mk 14,55 Aber die Hohenpriester und der ganze Hohe Rat suchten Zeugnis gegen Jesus, dass sie ihn zu Tode
brächten.
Sie suchten nicht die Wahrheit, sondern Sie suchten einen Grund, einen Beweis um
Jesus zum Tod zu verurteilen und aus dem Weg zu schaffen. Eigentlich ist das kein Problem. Es gab so viele Geschichten um Jesus, so viele Zeugen und hier öffnete sich
ein juristischer Weg für eine saubere Verurteilung:
5.Mo 17,6 Auf zweier oder dreier Zeugen Mund soll sterben, wer des Todes wert ist, aber auf nur "eines" Zeugen
Mund soll er nicht sterben.
Schlechte Zeugen
Aber man hatte leider nicht genügend Zeit Zeugen vorzubereiten und
auszuwählen. Und man spürt wie dem hohen Rat die Zeit davon läuft. Zeuge um Zeuge tritt auf
Mk 14,56-59 56 Denn viele gaben falsches Zeugnis ab gegen ihn; aber ihr Zeugnis stimmte nicht überein. 57 Und
einige standen auf und gaben falsches Zeugnis ab gegen ihn und sprachen: 58 Wir haben gehört, dass er gesagt hat: Ich will diesen Tempel, der mit Händen gemacht ist, abbrechen und in drei Tagen einen
andern bauen, der nicht mit Händen gemacht ist. 59 Aber ihr Zeugnis stimmte auch so nicht überein.
Offensichtlich wurden die Zeugen einzeln verhört. Die Nacht schreitet voran und sie
bekommen einfach keine zwei gleichlautenden Zeugenaussagen zusammen. Jesus wird falsch zitiert, oder es werden einfach Lügen aufgetischt. Markus fasst das zusammen:
Mk 14,55 Aber die Hohenpriester und der ganze Hohe Rat suchten Zeugnis gegen Jesus, dass sie ihn zu Tode
brächten, und fanden nichts.
Jesus muss gar nichts tun, er muss nur schweigen. Er muss sich nicht rechtfertigen. Es
ist offensichtlich was das Ziel der Verhandlung ist und es ist offensichtlich dass er unschuldig ist.
Mk 14,61 61 Er aber schwieg still und antwortete nichts.
Die Verzweiflung musste groß gewesen sein als der Hohepriester seinen letzten Versuch
startet. Jesus kann nicht durch Zeugen überführt werden. Jesus verstrickt sich nicht in eigene Aussagen, denn er schweigt.
Letzte Chance: Ein Geständnis Es gäbe nur einen Weg zu einem Todesurteil: Wenn Jesus ein Geständnis ablegen würde. Und so fragt er Ihn auf den Kopf zu: Bist du der Christus,
der Sohn des Hochgelobten? Wenn Jesus weiter schweigt ist der Prozess zu Ende. Das reicht nicht für eine Anklage. Vielleicht werden Sie ihn dann misshandeln aber für Todesstrafe ist das nicht ausreichend.
Es bleibt nur diese eine Chance: Ein Geständnis: Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten? Fromm spricht der Hohepriester den Namen Gottes nicht aus und
umschreibt ihn mit "dem Hochgelobten". Jesus hat es in der Hand, auch in dieser Stunde. Genau wie bei der Festnahme als er dem Petrus zugeflüstert hat:
"Stecke Dein Schwert weg. Oder meinst du, ich könnte meinen Vater nicht bitten, dass er mir sogleich mehr als zwölf Legionen Engel schickte?"
Jesus ist nicht Opfer eines Justizirrtums, er wählt bewusst diesen Weg, weil es der Wille des Vaters ist. Und so antwortet er. Es ist die entscheidende Frage seiner Existenz:
Wer bist Du? Je länger er gewirkt hat, desto öfter kam die Frage: Die Juden haben gefragt ...
Joh 10, 25 Da umringten ihn die Juden und sprachen zu ihm: Wie lange hältst du uns im Ungewissen? Bist du der
Christus, so sage es frei heraus.
Und Johannes der Täufer wollte Klarheit ..
Mt 11,3 Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten?
Immer hat Jesus auf Zeichen verwiesen aber eine klare Antwort haben die Menschen
nicht bekommen. Es wäre so einfach jetzt auch eine ausweichende Antwort zu geben und mit dem Leben davonzukommen. 
Ich bin´s
Aber Jesus weiß, dass jetzt seine Stunde gekommen ist. Und so gibt er
seine Antwort an die religiöse Elite des Volkes Gottes. Es sind seine letzten Wort an diese Männer:
Mk 14,61-62 ... Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten?
62 Jesus aber sprach: Ich bin's; und ihr werdet sehen den Menschensohn sitzen zur Rechten der Kraft und kommen mit den Wolken des Himmels.
Es ist nicht einfach eine Antwort auf die Frage.
Jesus hätte ja einfach "Ja" sagen können. In der Anwort Jesu schwingt die ganze Tragweite dieses Anspruches mit:
Ja... Ich bin´s. Das klingt wie der Name Gottes nach dem ein Mose am Dornbusch
gefragt hatte
2.Mo 3,14 (Elberfelder)
Da sprach Gott zu Mose: "Ich bin, der ich bin." Dann sprach er: So sollst du zu den Söhnen Israel sagen: Der "Ich bin" hat mich zu euch gesandt.
Ja, ich bin dieser Gott des Alten Testamentes in Person
Ja... ich bin der Menschensohn (Dan 7,13), der von Gott Gesandte, der von Gott mit
Ehre und Macht ausgestattet wurde, dem Menschen aus so vielen Sprachen dienen sollen, dessen Macht ewig ist und dessen Reich kein Ende hat. So wie Daniel es in
seiner Vision gesehen hat und so wie Ihr Ihn seit 500 Jahren erwartet.
Ja... und ich werde zur Rechten der Kraft sitzen, an der Seite Gottes
Ja... ich werde wiederkommen auf den Wolken des Himmels. Dann werdet Ihr mich
erkennen müssen. Dann werdet Ihr die Knie beugen müssen.
Dieses Statement sind die letzten Worte Jesu. Damit ist alles gesagt.
Ich bin's; und ihr werdet sehen den Menschensohn sitzen zur Rechten der Kraft und kommen mit den Wolken des Himmels. Noch Fragen? Jesus ist keine Antwort schuldig geblieben.
Jetzt ist es am Hohen Rat zu entscheiden, jetzt müssen sie eine Entscheidung fällen, jetzt müssen wir eine Entscheidung fällen.
An dieser Stelle entscheidet sich alles. Entweder ist es wahr oder er ist ein Betrüger. Entweder er ist ein Lügner oder mein Herr und Gott. An dieser Stelle scheiden sich die Wege
der Juden, die Ihn nicht als den Messias annehmen können,
der Muslime die im Koran lesen, dass Gott keinen Sohn haben kann (Sure 4:171) und
der Christen, die in Jesus den Retter erkennen.
Das Urteil Der Hoheprister hat gehört was er hören wollte, und worauf er die ganze Zeit gewartet hat. Endlich: ein Geständnis. In seinen Augen hat sich das
Vorurteil bestätigt. Jesus maßt sich an Gott zu sein. Das genügt. In vermeintlich religiöser Rechtschaffenheit zerreisst er den Saum seines Gewandes vor Entrüstung.
Mk 14,63-64 Da zerriss der Hohepriester seine Kleider und sprach: Was bedürfen wir weiterer Zeugen?
64 Ihr habt die Gotteslästerung gehört. Was ist euer Urteil? Sie aber verurteilten ihn alle, dass er des Todes schuldig sei.
Jetzt braucht es keine Zeugen mehr. Es ist Gotteslästerung.
Sie haben es gehört aus seinem eigenen Mund. Und damit steht auch schon das Urteil fest. Der ganze hohe Rat kennt die Bibelstelle. Darauf haben sie den ganzen Prozeß aufgebaut:
3.Mose 24,16 16 Wer des HERRN Namen lästert, der soll des Todes sterben; die ganze Gemeinde soll ihn steinigen. Ob
Fremdling oder Einheimischer, wer den Namen lästert, soll sterben.
Jesus hat sein eigenes Urteil gesprochen ... denken Sie. In Wirklichkeit haben Sie sich selbst das Urteil gesprochen.
Sie verurteilen den Sohn Gottes wegen Gotteslästerung und ziehen nicht einmal in Betracht er könne wirklich er Messias, der Gesalbte, der Sohn Gottes sein sein.
Jesus schweigt ab jetzt ... alles Wichtige ist gesagt. Was nun geschieht ist der schwere Gang ans Kreuz um seine Mission zu Ende zu bringen.
Mach nicht den Kaiphas-Fehler! Wenn ich die Vorgehensweise des Hohepriesters Kaiphas betrachte stellt
sich für mich eine Frage für meinen Umgang mit Jesus. Wenn wir in unserem Leben die Frage stellen: "Jesus, wer bist Du? Bist Du wirklich Gottes Sohn? Bist Du wirklich der Retter? Lebst Du?"
Mit welcher Bereitschaft stellen wir diese Frage? Mit welcher Bereitschaft stellt Du diese Frage?
Interessiert es mich nur prinzipiell, weil ich eben religiös interessiert bin.
Suche ich einen Vorwand um meine Ansichten bestätigt zu sehen... weil ich die
Diskussion so anregend finde?
Ist das wirklich eine Lebensfrage für mich?
Aus vielen Begegnungen mit Jesus im neuen Testament zeigt sich, dass der Zugang zu
einem erfüllten Leben mit Jesus immer die Bereitschaft voraussetzt Ihn als den Herrn meines Lebens anzuerkennen. Deshalb scheitern der Hohe Rat und der Hohepriester mit dem größten Fehlurteil der
Menschheitsgeschichte. 
Das ist Ihr ewiger Platz geworden.
Scheitere ich auch? Hab ich auch nur viel herum diskutiert und zugehört? Habe ich interessiert Predigten
gelauscht und bin Bibeltexten gefolgt, aber bin Gott die Antwort schuldig geblieben die eine Tür zum erfüllten und ewigen Leben erst aufstösst? Vielleicht haben wir Jesus nicht
verurteilt, aber ihn in wichtigen Teilen unseres Lebens ignoriert?
Wir kennen doch theoretisch die richtige Antwort auf diese Erkenntnis, dass er der Sohn Gottes ist, mein Erlöser sein will, mein Retter, mein
Lebensgestalter, mein Ziel, mein Richter, mein Herr und mein Gott. Was antworten wir mit unserem Leben, wenn Jesus sagt: Ich bin der Christus, der Sohn des Hochgelobten.
Ich bin's; und ihr werdet sehen den Menschensohn sitzen zur Rechten der Kraft und kommen mit den Wolken des Himmels. Unsere Antwort entscheidet alles. In Ewigkeit.
Quelle: Ralpf Wagner 04/2012
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