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Telefon klingelt
"Apostolos Paulus, wer stört?" "Chef, wir haben ein Problem!"
"Nicht am Telefon, Timotheus!" "Soll ich nach Athen kommen Chef?" "Sicher Timotheus! ... oder willst Du ewig die Provinz missionieren?"
"Aber Chef, Athen ist doch voller Götzenbilder?" "Aber Timotheus! Sei doch kein Hasenfuß! Götzenbilder haben eine Jahrtausend alte Tradition in Griechenland! Die Griechen
warten schon so lange auf die Gute Nachricht! Sie brauchen uns! Sag Silas, er soll mit Dir schnell nach Athen kommen. Wir müssen hier etwas unternehmen, dringend!" "Is gut Chef!"
Und wieder wird ein Problem gelöst! Und die Götzen werden ziemlich unzufrieden: Jawoll, jawoll, jawoll! (frei nach der SWR-Comedy “Nix Verstehn in Athen)
Apg 17,16-34 16 Während Paulus in Athen auf Silas und Timotheus wartete, wurde er zornig über die vielen
Götterbilder und Statuen in der Stadt. 17 Er sprach in der Synagoge zu den Juden und den zum jüdischen Glauben übergetretenen
Griechen. Außerdem predigte er an jedem Tag auf dem Marktplatz zu den Menschen, die gerade da waren. 18 Bei einer solchen Gelegenheit kam es zu einem Streitgespräch mit einigen Philosophen,
und zwar mit Epikuräern und Stoikern. Meinten einige von ihnen: «Dieser Mann ist doch ein Schwätzer!», so sagten andere: «Er scheint eine fremde Religion zu verkündigen.» Denn Paulus
hatte von Jesus und seiner Auferstehung gesprochen. 19 Weil die Philosophen mehr über die neue Religion erfahren wollten, nahmen sie den Apostel mit auf den Areopag, einen mitten in der Stadt
gelegenen Hügel. 20 «Es ist alles neu für uns, was wir von dir hören, und recht seltsam», erklärten sie Paulus. «Wir möchten gern mehr davon wissen.» 21
Diese Bitte war nicht ungewöhnlich, denn sowohl den Athenern wie auch den Fremden in dieser Stadt ging es vor allem darum, neue Ideen zu hören und über sie zu diskutieren. 22
Da stellte sich Paulus vor alle, die auf dem Areopag versammelt waren, und rief:
«Athener! Mir ist aufgefallen, dass ihr sehr religiös seid; 23 denn ich habe in eurer Stadt viele
Altäre gesehen. Auf einem stand 'Dem unbekannten Gott'. Von diesem Gott, den ihr verehrt, ohne ihn zu kennen, spreche ich. 24
Es ist der Gott, der die Welt und alles, was in ihr ist, geschaffen hat. Dieser Herr des Himmels und der Erde wohnt nicht in Tempeln, die Menschen gebaut haben. 25
Er braucht auch nicht den Opferdienst irgendeines Menschen. Er, der allen das Leben gibt und was zum Leben notwendig ist, 26
er hat den einen Menschen geschaffen, von dem alle Völker auf der ganzen Erde abstammen. Er hat auch bestimmt, wie lange und wo sie leben sollen. 27 Das alles hat er getan, weil er wollte,
dass die Menschen ihn suchen, damit sie ihn spüren und finden können. Und wirklich, er ist uns ja so nahe! 28 Durch ihn allein leben und existieren wir. So wie es einige eurer Dichter gesagt
haben: 'Wir sind seine Kinder.' 29 Weil wir nun von Gott abstammen, ist es doch unsinnig zu
glauben, dass wir Gott in Standbildern aus Gold, Silber oder behauenen Steinen darstellen könnten, so wie es unserem Können und unseren Vorstellungen entspricht. 30 Bisher haben die
Menschen das nicht erkannt, und Gott hatte Geduld mit ihnen. Aber jetzt befiehlt er allen Menschen auf der ganzen Welt, sich von Grund auf zu ändern. 31 Denn der Tag ist schon
festgesetzt, an dem Gott alle Menschen richten wird; richten durch den einen Mann, den er selbst dazu bestimmt hat. Daran hat Gott keinen Zweifel gelassen, indem er ihn von den Toten auferweckte.»
32 Als Paulus von der Auferstehung der Toten sprach, begannen einige zu spotten, andere aber
meinten: «Darüber wollen wir später noch mehr hören.» 33 Paulus verließ jetzt die Versammlung auf dem Areopag. 34 Einige Männer, die durch die Rede des Paulus zum Glauben gefunden hatten,
gingen mit ihm. Darunter waren Dionysius, ein Mitglied des Gerichtshofes, eine Frau, die Damaris hieß, und manche andere.
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Paulus sitzt in Athen und wartet auf seine Mitarbeiter Silas und Timotheus. Er schaut sich die
Stadt bei einem Stadtrundgang an und wird sauer: Ein Götzenbild am anderen. Die ganze Stadt ist voll davon. Was wir heute als Touristenattraktion bestaunen, die Akropolis, hat Paulus
entsetzt. Von wegen kleine Verschnaufpause bis die Kollegen da sind. Paulus kann es nicht mit ansehen und fängt wie immer an in der Synagoge zu predigen.
Aber weil die echten Götzenfans in der Synagoge nicht zu finden sind, spricht Paulus auch noch täglich auf dem Marktplatz um ein paar beim Shoppen anzusprechen und weil Paulus keinen
Streit scheut geht es auch gleich zur Sache. Das war die Talkshow des Altertums. Neue Ideen, wilde Spinner, Tratsch und Klatsch, darauf
sind die Athener gestanden. Und dann taucht da wieder ein Verrückter auf: Paulus, ein abgedrehter Jude mit ´ner neuen Idee. Paulus kriegt Sendezeit auf dem Areopag , einem Felsen
gegenüber der Akropolis (Felsen des Ares), an dem auch das Gericht tagte und die Polizei stationiert war. Ein interessanter Vogel darf für ´ne halbe Stunde das Volk belustigen.
Paulus steht alleine da: Rund herum ´ne Menge Philosophen, die ihn milde belächeln werden, dann eine Menge Besserwisser, wenig Chance auf offene Herzen. Und was Paulus Ihnen
erzählen wird ist harter Tobak, das weiss er schon. Paulus frisst Kreide um es sich nicht gleich von Anfang an mit den Zuhörern zu verderben, er nimmt die Götzenbilder als Aufhänger um am
Ende von Jesus zu erzählen
Wie war das damals in Athen? Die Griechen war das Volk der Denker, der Philosophen und
tatsächlich kann Griechenland auf eine Menge klüger Köpfe zurückblicken, die heute noch eine wichtige Rolle in den Wissenschaften spielen und 2004 noch zahllose Schüler zur Verzweiflung
treiben: Der "Satz des Pythagoras" in Mathematik, das "Prinzip des Archimedes" in Physik oder man bedrängt sie mit Sokrates, Euklid, ... Es waren schon helle Köpfe, die Griechen:
- Kann man Materie beliebig zerteilen oder gibt es irgendwann ein kleinstes Teilchen: griechisch: atomos? (Demokrit 400 v.Chr)
- Die Erde ist eine Kugel und keine Scheibe (Aristoteles
350 v.Chr)
- Ist die Erde wirklich der Mittelpunkt des Weltalls und nicht etwa die Sonne?
(Aristarch von Samos 265 v.Chr.)
- Die Rotationsachse der Erde ist geneigt (Erathosthenes
erkennt die Ekliptik und berechnet den Erdumfang 220 v.Chr.)
Aber nicht nur in den Wissenschaften waren die Griechen den anderen Völkern weit voraus.
Was in den Philosophenschulen gelehrt wurde wird in unseren Tagen noch gelebt:
- Die Anhänger des Epikur lebten nach dem Motto: “Strebe nach deinem persönlichen Glück! Vermeide Angst und Schmerz, verbanne Unangenehmes und umgib Dich mit
Menschen die so denken wie Du ... Die Wohlfühl-Clique”
- Die 2.Gruppe die Paulus zur Rede stellt sind die Stoiker: ”Alles wird von einem göttlichen
Prinzip durchdrungen. Mit deiner Vernunft kannst Du die göttliche Natur erkennen und musst dann an Deinem Platz (Familie und Staat) deine Pflicht erfüllen! Was darüber
hinausgeht kannst Du eh nicht ändern, da hast Du die berühmte stoische Ruhe weg”
Und diesen Leuten, die wirklich das Undenkbare denken konnten, und Ihrer Zeit weit voraus
waren, Leuten, die so tolerant waren, dass an jeder Strassenecke ein anderer Gott angebetet werden konnte (der Geschichtsschreiber Plinius erzählt von 3000 Göttern in Athen!), die
zahllose Tempel in Ihrer Stadt duldeten, kommt Paulus mit einer Botschaft, die sie überfordert! Eine Message, die sie an den Rand bringt!
Eine Idee, die für sie undenkbar, inakzeptabel ist! Eine Botschaft, die wie ein scharfes Schwert die Zuhörer in 2 Gruppen zerteilt:
- Die meisten werden Paulus verspotten "So einen Unsinn muss man sich nicht anhören"
- Ein paar wenige werden sagen "Klingt interessant: Kannst du uns ein anderes mal mehr davon erzählen?"
52 n.Chr. Die Götzenfrage Listenreich führt Paulus die Athener an seinen grossen Gedanken heran:
Da ist der Altar für den unbekannten Gott, den er aufgreift: Tatsächlich, es gibt den unbekannten Gott, und ich erzähl Euch von ihm.
Paulus zitiert er einen griechischen Dichter aus seiner Heimatstadt Tarsus: “Wir sind Gott ähnlich... stammen von Ihm ab” um aufzuweisen, dass die selbstgebastelte Götzenbilder dann
keinen richtigen Sinn ergeben! Gott hat uns erschaffen ... nicht wir Ihn! Dann kann es gar nicht sein, dass wir uns ein Abbild Gottes ausdenken können, der doch so viel größer ist!
Paulus erklärt, dass Gott eine Sehnsucht in die Menschen gelegt hat, ihn zu finden! Und Paulus führt aus, das Gott den Wunsch nach Religiosität tief im Menschen verwurzelt hat.
“Das hat Gott getan, weil er wollte dass die Menschen Ihn suchen...” Deshalb suchen Menschen in allen Teilen der Welt nach dem Schöpfer, deshalb finden sich in
allen Kulturen Fragen nach Gott! Und das ist auch der Grund, dass Paulus in Athen ca. 3000 Götzen findet!
Das ist der erste Schritt für die Athener: Sie müssen erkennen, dass all die goldenen, silbernen und marmornen Statuen und Altäre Götzen sind!
Seltsam, das ausgerechnet in Athen, im Brennpunkt von Philosophie und Wissenschaft der Götzenkult so geboomt hat. Und dass die Athener nicht gesehen haben, mit welchen Abgöttern sie sich umgeben.
52 n.Chr. Die Antwort der Athener Paulus stellt den Athenern in Aussicht: Wenn Ihr Gott nur aufrichtig sucht: Er ist jedem von Euch ganz nah, und will gefunden werden! Er ist Dir ganz nah!
Es geht längst nicht mehr nur um eine Idee in der Areopag-Talkshow, jetzt ist der Zuhörer gefragt! Willst Du Gott kennenlernen?
Bist Du bereit? Gott will sich jetzt von Dir finden lassen! Ja er ist Dir ganz nah! Und jetzt kommt der harte Tobak:
Auch wenn Paulus Kreide gefressen hat und wenn er sensibel auf die Kultur und Denkweise der Griechen eingeht gibt es doch einen Punkt in jeder Verkündigung an der man Klartext reden muss:
Gott befiehlt jedem Menschen sein Leben von Grund auf zu ändern, Buße zu tun! Der Tag an dem die Menschen von Gott gerecht gerichtet werden ist bereits festgesetzt!
Es ist eben nicht egal wie wir leben. Es kann eben nicht jeder nach seiner Facon selig werden! Gott hat jedermann den Glauben gratis angeboten (Lutherübersetzung)
Und Gott hat Jesus zum Erlöser und Richter der Menschen bestimmt und Gott hat das bestätigt. Gott hat keinen Zweifel an seiner Power gelassen. Gott hat es besiegelt, bewiesen, indem er
etwas getan hat, was noch heute der Knackpunkt des christlichen Glaubens ist: Er hat Jesus von den Toten auferweckt!
52 n.Chr. Nix Verstehn in Athen Paulus erzählt, dass Gott seinen Sohn Jesus geschickt hat. Und durch Jesus bietet er jedem
Menschen, ohne Leistung den Glauben an. Angesichts dessen möchte Gott, dass alle Menschen, an allen Orten umkehren (Buße tun)! Und Gott hat das bestätigt durch die Auferstehung Jesu von den Toten!
Das ist das Gütesiegel und die Kraft Gottes! Das kann keine andere Religion vorweisen! Die Athener, die aufgeklärten Denker können fast jeden Schritt mitgehen:
- Ein Schöpfergott ... warum nicht!
- Ein Gott, der uns nah ist ... warum soll Gott nicht alles durchdringen, belebte und
unbelebte Natur, der Gedanke ist den Griechen nicht fremd.
- Ein Gott, der alle Menschen zur Umkehr aufruft ... na ja.
- Weil Gott einen Gerichtstag festgesetzt hat und eine Richter bestimmt hat... hmm.
- Den er von den Toten auferweckt hat ... so was gehört doch ins Reich der Märchen! Das
ist doch zu greifbar, zu angreifbar. An dieser Stelle ist Schluss!
Nix Verstehn in Athen! Lieber 3000 Götzen in der Stadt als so ein heruntergekommener Gott!
Jetzt ist Schluss! ... und sie verspotten Paulus! In dieser aufgeklärten Gesellschaft von Denkern und Philosophen, in der Toleranz an erster
Stelle zu stehen scheint erfährt der christliche Glaube massive Ablehnung. Nix Verstehn in Athen!
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Ich weiss, was ein paar von Ihnen jetzt denken! Es ist ´ne alte Kamelle, die Areopag-Rede des
Paulus. Man kann ´ne Menge davon lernen, wie man geschickt die Kultur der Menschen aufgreift um am Ende Christus zu verkündigen! Man kann den Kopf schütteln über die Athener,
die Götzenbildern den Vorzug geben. Aber was bitte kann ich im Jahr 2004 davon lernen! Wir haben diese lebendige Hoffnung von der Paulus redet mit beiden Händen ergriffen!
Wir haben keine Götzentempel mehr in unserer Stadt. Und wenn man auf der Strasse von Jesus redet, dann wird man nicht verspottet, sondern höchstens milde belächelt!
Bzw. wenn man von Jesus reden würde, ... Aber was wäre denn, wenn Paulus heute durch Athen laufen würde. Was würde Paulus da erblicken ... und würde er vielleicht immer noch grimmig werden?
Paulus würde, das wissen wir von Mikis Zementitis und seinem besten Mitarbeiter Janis
Komplizis (jeden Morgen in der SWR-Comedy "Nix Verstehn in Athen") vor allem Bauruinen sehen, Pfusch an Bau, Schwimmhallen ohne Dächer, Autobahnen, die im Nichts enden, ...
Aber in wenigen Wochen werden uns die Griechen alle überraschen und der Geist von Olympia
wird durch die Gassen Athens wehen: Schneller-Höher-Weiter!
Die besten Sportler der Welt werden sich messen! Die schnellsten Sprinter! Die höchsten
Hochsprung-Athleten, und mehr als das! Die olympischen Spiele sind nach Hause zurückgekehrt. Die Frage ist nicht: Wird es Goldmedaillen geben (die gibt es mit Sicherheit), die Frage ist wird
es neue Weltrekorde geben? Gibt es neue Weltbestmarken bei den olympischen Spielen in Athen! Wird zum erstenmal in der Menschheitsgeschichte ein Mann den Marathon unter 2
Stunden laufen (und ich hoffe er wird nicht wie der erste Marathonläufer Pheidippides tot auf dem Areopag zusammenbrechen)? Noch schneller als das letzte mal!
Noch besser? Noch weiter? Noch schneller?
Das ist der Geist Athens 2004! Wir werden in Zeitlupe wieder Sportler straucheln sehen,
weinende Gesichter auf dem Siegertreppchen die Medaille um den Hals. Mit Musik untermalte Bestleistungen, enttäuschte Sportler deren Lebenstraum zerbrochen ist. Und von hunderten
von Sportlern bleiben einige wenige Sieger in Erinnerung!
2004 n.Chr. Die Götzenfrage Das olympische Motto lautet längst nicht mehr "Dabeisein ist alles".
Es lautet: "Schneller Höher Weiter": Ist das der neue Götze in Athen?
Es ist doch toll sich im sportlichen Wettkampf zu messen! Nichts dagegen zu sagen!
Aber dieses Motto hat doch längst unsere ganze Lebenswirklichkeit durchdrungen! Schneller höher weiter!
- Schneller - PCs jagen über die DSL Datenautobahn. Ein drei Jahre alter PC läuft unter
Schrott.
- Schneller - Die Autos haben mittlerweile Triebwerke und müssen gedrosselt werden,
damit sie auf der Fahrbahn bleiben.
- Schneller - Effizienz ist bei deiner Arbeit gefragt. Arbeitsdurchsatz!
- Schneller - Entwicklungszeiten für Autos, Prozessoren und Küchengeräte halbieren sich.
Sie sind dafür auch schneller kaputt und veraltet.
- Höher - Managergehälter jagen in unermessliche Höhen, die Arbeitslosenzahlen steigen
mit.
- Höher - Bush will auf den Mars.
- Höher - Wenn Du die Karriereleiter nicht frühzeitig erklimmst, gehörst Du schnell zum
alten Eisen.
- Weiter - Die Urlaubsziele können weit genug nicht sein, die DomRep gilt schon
abschätzend als Pauschaltouristenziel.
- Billiger - Geiz ist geil,
- Billiger – Sex ist gefragt
- Billiger - Für 19 EUR zum Unterwäschekauf nach Mailand fliegen.
- Billiger - Ein Inder macht deine Arbeit für den Bruchteil des Gehaltes.
- Billiger - Du bist in der Firma laut SAP nur noch "Human Ressource" Ein menschliches
Arbeitsmaterial das kosteneffektiv eingesetzt werden muss.
Wer das Spiel nicht mitspielt, fliegt raus!
Wer die Leistung nicht bringt wird nicht gefeuert, heute heisst das "ausgestellt", oder "wegrationalisiert".
2004 n.Chr. Götzenbilder ? Ist das der neue Götze, dem wir unser Leben verschrieben haben?
Der Götze der sich auf jedem Werbeplakat in Erinnerung ruft? Der sich im Fernsehen in jede Werbepause drängelt!
Vielleicht denken Sie, das sei ein bisschen weit hergeholt! Das ist doch kein Götze?! Wie würden Sie Götze definieren?
- Einem Götzen vertraue ich mein Leben an!
- Für einen Götzen bringe ich Opfer; das muss kein Stück Fleisch sein, dass man in Rauch aufgehen lässt. Heute opfert man Zeit,
Freundschaften oder seine Ehe!
- Von einem Götzen erwarte ich mein Lebensglück!
- An einem Götzen hängt mein Herz!
Das ist das Problem an “Schneller Höher Weiter”! Es ja gut ein Ziel zu haben. Die Energie für
eine Sache zu bündeln! Vorwärts zu gehen! Aber wenn dieses “Schneller Höher Weiter!” mein Lebensinhalt, mein Gott wird, dann ist es zum Götzen geworden!
Aber wir machen das Spiel allzu oft mit. Oder etwa nicht?
Kennen Sie die Sparkassen-Werbung, bei der sich zwei ehemalige Schulkameraden treffen und bei einer Tasse Kaffee plötzlich
Polaroidbilder aus der Tasche ziehen um gegeneinander zu aufzutrumpfen. Mein Auto - mein Haus – mein Boot – Vielleicht würden wir andere Dinge zeigen.
Meine Familie - meine Karriere - mein letzter Sommerurlaub - meine Jugendgruppe - meine Kinder - mein Diplom - mein Erfolg - mein
Fitnessstudio .... mein Leben ..... mein Götze? Sind diese Polaroids Bilder unserer Götzen? Unsere Götzenbilder?
Ich glaube ich weiss, was Paulus für ein Polaroidfoto zeigen würde:
Nicht seine Ausbildung bei Gamaliel an der Elite-Uni, nicht die Liste seiner Gemeindegründungen, auch nicht Röntgenbilder seiner Wunden, die er sich in der Mission zugezogen hat oder Bilder seiner
Zeltmacher-Firma.
Paulus´ Polaroid !
Paulus würde das zeigen: Mein Jesus! Paulus sagt, dass Jesus sein Leben ist:
Phil 1,21 Christus ist mein Leben und Sterben mein Gewinn
Jesus ist sein Ruhm, ist alles was er vorweisen kann! Jesus ist das beste was ihm im Leben begegnet ist!
Ja, ich denke Paulus würde richtig grimmig werden, wenn er die Menschen sehen würde. Paulus würde auf die Barrikaden gehen! Paulus
würde narred werden!
Wie sie das wahnsinnige Spiel mitmachen und Unzählige dabei scheitern Obwohl immer mehr in der Armutsfalle landen, spielt jeder das
Leistungsspiel mit, und kann doch nur eine begrenzte Zeit auf der Erfolgswelle mitschwimmen. Mit 50 Jahren ist man schliesslich auch als Akademiker "schwer vermittelbar".
2004 n.Chr. Deine Antwort ? Paulus würde unsere Not sehen und eine richtig gute Nachricht für uns bereit haben!
Wie den gebildeten klugen Athener vor 2000 Jahren würde er uns erzählen, dass Gott uns den Glauben umsonst anbietet. Jedem Menschen! Dass er uns die Gerechtigkeit anbietet durch seinen Sohn!
Dass wir keine Leistung bringen müssen! Dass die Hast ein Ende hat! Wir müssen nicht mehr: Höher - weiter - schneller - jünger - effektiver - zielstrebiger -
innovativer - erfolgreicher sein. Wir sind davon erlöst! Wir müssen auch im Glauben keine Leistung bringen, denn allzu oft schleicht sich das
Gedankengut auch in unseren Gemeinden ein: Heiliger Lebenswandel, mehr Engagement, regelmässiger Gottesdienstbesuch ist Pflicht, Stille Zeit muss sein, Bibellesen als Programm ...
Vor Gott ist unsere Leistung nicht mehr gefragt! Es ist sogar viel schlimmer! Halten Sie sich fest! Gott braucht Sie nicht! Aber Gott freut sich, wenn er Zeit mit Ihnen verbringen kann! Wenn Sie
mit Ihm sprechen! Wenn Sie tun, was er Ihnen an guten Tipps fürs Leben bereithält! Aber Gott braucht Ihre Leistung nicht!
Das unterscheidet doch den christlichen Glauben von allen Religionen!
Wir brauchen keine Meditationen, keine Opfer, kein einwandfreies Leben, keine Dienste, keine Geldgaben um einen Gott milde zu stimmen oder um Gott zu erkennen.
Wir müssen in keinem heiligen Krieg unser Leben lassen, wir müssen keine Regeln einhalten, wir müssen nur aufrichtigen Herzens “Ja” sagen!
Gott fordert von uns keine Leistung, weil der Mensch es nicht schaffen würde! Gott erbarmt sich! Gott opfert sich!
Gerade diejenigen die nichts vorzuweisen haben, sitzen bei Jesus in der ersten Reihe! Die
letzten werden bei Gott die ersten sein! Gott stellt unser gesamtes Denken auf den Kopf, damit wir erlöst werden! Wir können aufatmen! Und wir gehen freiwillig zurück in die Tretmühle?
Jesus erlöst uns von dem Leistungswahnsinn unter dem schon das Volk Israel gelitten hat!
Was muss ich tun, damit Gott sich erbarmt! Ich möchte am Schluss Jesus zu Wort kommen lassen, der den Kerngedanken so wunderbar
formuliert hat. Ein Gedanke, den die Klugen dieser Welt so schwer verständlich finden:
Matthäus 11,25-30 25 Zu der Zeit fing Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde,
weil du dies den Weisen und Klugen verborgen hast und hast es den Unmündigen offenbart. 26 Ja, Vater; denn so hat es dir wohlgefallen. 27 Alles ist mir übergeben von meinem Vater;
und niemand kennt den Sohn als nur der Vater; und niemand kennt den Vater als nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will. 28 Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen
seid; ich will euch erquicken. 29 Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. 30 Denn mein
Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.
2004 n.Chr. Nix Verstehn in Athen Ist das nicht eine gute Nachricht! Paulus würde auch 2004 erleben, dass Menschen an allen esoterischen Kram glauben dürfen,
Hauptsache es ist abstrus! Aber an den auferstandenen Sohn Gottes nicht! Paulus würde gerade von den Denkern und Wissenschaftlern nur ein müdes Lächeln oder sogar Spott ernten!
Paulus würde feststellen, dass die Epikuräer unter uns noch immer
ihrem Lustgewinn nachjagen und das auch die Stoiker nicht ausgestorben sind, die Gott bestenfalls fürs Jenseits brauchen. Paulus würde 2004 feststellen, dass die Menschen noch immer an
neuen Ideen, Klatsch und Tratsch interessiert sind! An dämlichen Talkshows vor dem Fernseher versumpfen, und jeder der nur irgendwie im Ansatz etwas zu sagen hat bekommt Sendezeit!
Und ich bin sicher Paulus würde alles daran setzen bei “Bärbel Schäfer” auf der Couch zu landen und ich weiss schon was er in die Kameras sagen würde!
Wie wär’s, wenn Sie diese wirklich gute Nachricht diese Woche mal wieder weitersagen! Und wenn Sie es erleben wie Paulus: "Nix Verstehn in Athen", dann sind sie in guter biblischer
Tradition! Vielleicht geschieht auch das Wunder, dass ein Mensch Gott selbst begegnet und frei wird von der Last des "Höher schneller weiter".
... aber Sie müssen nicht, als erlöste Kinder Gottes. Leistung ist schliesslich nicht mehr gefragt!
Ralpf Wagner / Juli 2004
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