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Für das Leben eines Freundes Sheriff, Tony und Lewis verbringen einen gemeinsamen Urlaub
in Malaysia und genießen die Zeit, Rum, Frauen, rauchen Joints und hängen am Strand herum. Aber auch der schönste Urlaub geht mal zuende ... und so kehren zwei der Jungs zurück nach
New York, während sich Lewis wieder Rettung der Orang Utans zuwendet.
Zwei Jahre später meldet sich eine Anwältin, Beth Eastern, bei Sheriff und Tony und erzählt Ihnen eine haarsträubende
Geschichte. Kurz nach Beendigung des Urlaubs habe bei Lewis eine Hausdurchsuchung der Polizei stattgefunden und der Restbestand Dope der Freunde sei sichergestellt worden. Die
Menge an Haschisch, geringfügig über dem Grenzwert für Eigenbedarf, war ein eindeutiges Indiz dafür, dass es sich bei Lewis um einen Dealer handelt.
Seit zwei Jahren sitzt Lewis im Gefängnis und wartet auf die Vollstreckung des Urteils. In 8 Tagen soll er nun zum Tode verurteilt werden.
Beth hat mit der Justiz jedoch einen Deal ausgehandelt:
Wenn es diese zwei Freunde von denen Lewis spricht tatsächlich gibt, und sie freiwillig je drei Jahre Gefängnisstrafe in Malaysia antreten, wird Lewis nicht hingerichtet.
Tony macht mittlerweile Karriere und gründet gerade eine Familie, Sheriff arbeitet bei einer Nobelfirma und der Ruf der malayischen Gefängnisse ist nicht gerade
verlockend. Und dann stellt sich auch noch heraus, dass Beth Lewis´Schwester ist. Nur einer der Freunde macht sich nach Asien auf ...

Was wären Sie bereit zu opfern, was würdest Du riskieren um das Leben eines Freundes zu retten?
In der Bibel gibt es tatsächlich so eine Geschichte von vier Freunden die alles riskieren, die sich nicht schonen für Ihren Freund, und sie sind uns heute noch, 2000 Jahre später, ein Vorbild! Sind Sie Helden?
 Mögen Sie in der Bibel diese
Heldengeschichten? Mose der mit seinem Stab Plagen heraufbeschwört und der
sein Land im Vertrauen auf Gott aus der Knechtschaft führt, oder Josua der als junger Feldherr das von Gott verheißene Land einnimmt, mit seinem Posaunenchor Jericho in Schutt und Asche legt. Oder auch
Petrus, der nach vom Verleugner zu einem Fels der Kirche wird, oder Paulus den auf seiner Missionsreise nichts aufhalten kann, kein Schiffbruch, Auspeitschen, Stress vor Gericht oder Todesdrohung.
Auf der einen Seite ermutigen mich diese Geschichten zu einem wagemutigeren Glauben, aber es bleibt auch immer der schale Beigeschmack wenn ich dagegen mein Leben betrachte. Geht es Ihnen auch so?
Der heutige Bibeltext erzählt von einer ganz anderen Gestalt: körperlich am Ende, zerbrochen und der Glaube ist völlig den Bach runter.
Wenn wir jetzt eine Viertelstunde in diesen bekannten Text eintauchen und genau hinhören, dann verspreche ich Ihnen ein paar kernige herausfordernde
Anregungen für unseren persönlichen Glauben: Da geht es um religiöse Extremisten, fromme Blockaden und einen Astronauten der einsam ins Weltall hinaustreibt.
Predigttext
Mk 2,1-12 Die Heilung eines Gelähmten 1 Und nach einigen Tagen ging er wieder nach Kapernaum; und es wurde bekannt, dass er im Hause war.
2 Und es versammelten sich viele, so dass sie nicht Raum hatten, auch nicht draußen vor der Tür; und er sagte ihnen das Wort. 3 Und es kamen einige zu ihm, die brachten einen Gelähmten, von Vieren getragen.
4 Und da sie ihn nicht zu ihm bringen konnten wegen der Menge, deckten sie das Dach auf, wo er war, machten ein Loch und ließen das Bett herunter, auf dem der Gelähmte lag.
5 Als nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. 6 Es saßen da aber einige Schriftgelehrte und dachten in ihren Herzen:
7 Wie redet der so? Er lästert Gott! Wer kann Sünden vergeben als Gott allein? 8 Und Jesus erkannte sogleich in seinem Geist, dass sie so bei sich selbst
dachten, und sprach zu ihnen: Was denkt ihr solches in euren Herzen? 9 Was ist leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Steh auf, nimm dein Bett und geh umher?
10 Damit ihr aber wisst, dass der Menschensohn Vollmacht hat, Sünden zu vergeben auf Erden - sprach er zu dem Gelähmten: 11 Ich sage dir, steh auf, nimm dein Bett und geh heim!
12 Und er stand auf, nahm sein Bett und ging alsbald hinaus vor aller Augen, so dass sie sich alle entsetzten und Gott priesen und sprachen: Wir haben so etwas noch nie gesehen.
Wann hat sich diese Szene abgespielt?
Jesus ist auf dem Höhepunkt seiner Beliebtheit, sein Ruf als vollmächtiger Prediger verbreitet sich rasant und der Andrang ist gewaltig. Natürlich machen auch Gerüchte über wundersame Heilungen die Runde.
Für Jesus ist der Andrang zu groß und kurz zuvor heißt es
Mk 1,45 45 … so dass Jesus hinfort nicht mehr öffentlich in eine Stadt gehen konnte; sondern er war draußen an
einsamen Orten; doch sie kamen zu ihm von allen Enden.
Jetzt könnte man meinen, die Leute kommen in Scharen um Zeuge einer wundersamen Heilung zu werden, um
ein Zeichen zu sehen, ein Spektakel. Aber der Text erzählt uns, sie kamen „und er sagte ihnen das Wort!“ Die Anziehungskraft Jesu war diese vollmächtige Rede, die die Herzen der Menschen im Innersten angerührt hat.
Sie haben gespürt, was dieser Mann sagt hat Bedeutung für mein Leben. Was Jesus sagt ist wahr und keine leeres Wort!
Diese Beliebtheit hat sich natürlich auch bei den religiösen Führern herumgesprochen und sie beginnen aufmerksam zu kontrollieren, was es mit diesem Jesus auf sich hat.
Viele Menschen haben mit diesem Jesus große Hoffnungen verbunden und so schnappen sich 4 junge Männer
ihren gelähmten Freund, tragen ihn zum völlig überfüllten Haus des Petrus, steigen aufs Dach und was dann folgt, würde sich im Polizeibericht wie folgt lesen:
- Sachbeschädigung,
- Hausfriedensbruch,
- Stören einer friedlichen Versammlung, usw.
vielleicht würde eine konservative Tageszeitung von „religiös motivierten Extremisten“ sprechen oder von
„Jugendlichen, die über das Ziel hinausgeschossen sind“ Für die Zuhörer und Jesus muss das störend gewesen sein. Da predigt einer der angesagtesten Männer vor
einem überfüllten Haus, die Leute stehen bis auf die Straße, die Menschen hängen konzentriert an seinen
Lippen, und plötzlich hört man Schritte auf dem Dach, dann klopft es plötzlich und es rieselt Staub von der Decke … Ob noch jemand aufgepasst hat?
Irgendwann, die Schwiegermutter des Petrus wird schon reichlich nervös geworden sein, erfolgt der Durchbruch, an der Decke erscheint ein kleines Loch und man sieht den blauen Himmel. Das Loch wird schnell
größer, dann erscheint ein bärtiges Gesicht. Die Leute lachen oder schimpfen... auf jeden Fall kann man die
Predigt vergessen, jetzt hört eh keiner mehr zu. Aber Jesus nutzt diese Situation, predigt mit dem was nun geschieht vor den Augen der Menschen und lehrt uns drei Punkte für unser Christsein. Das ist das tolle an
Jesus: Alles was er tut ist eine Predigt, nicht nur das gesprochene Wort. Sein ganzes Leben ist Evangelium.
Und glauben sie mir: Wer damals dabei war in dieser Hütte wird diese Szene und diese besondere Predigt sein Leben lange nicht mehr vergessen haben... 2000 Jahre später erzählen wir noch unseren Kindern davon.
Die drei Punkte, um die es geht sind: Hilfe; Hindernis und Heilung.
Hilfe, Stellvertretender Glaube
Als der Gelähmte schließlich abgeseilt wird und vor den Füßen Jesu zu liegen kommt,
passiert etwas was eigentlich nicht richtig in unsere christliche Denkweise passt. Was motiviert Jesus dem Kranken die Sünden zu vergeben? Haben sie gut aufgepasst?
Markus 2 5 Als nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir
vergeben.
Hier steht nicht: „Als Jesus seinen Glauben sah...“, hier steht dass Jesus den „Glauben der Männer sah“
Haben wir nicht gelernt, dass wir Vergebung der Sünden bekommen, wenn wir Gott im Gebet bitten, Buße tun und uns auf den Tod Jesu am Kreuz berufen?
Alles das finden wir hier nicht! Hier ist aber der Glaube der Freunde ausschlaggebend. Kann man denn stellvertretend für jemand anderes glauben?
Es gibt viele Dinge wir wir anderen Menschen helfen können: den wöchentlichen Einkauf, den Gang zur Apotheke, die Mathehausaufgaben, … all das können wir ihnen abnehmen.
Und es gibt Dinge die müssen wir selbst machen: Wählen gehen, den Gang zum Arzt und glauben ....
Vielleicht ist unsere Vorstellung von Glauben ja doch von einem christlichen Leistungsgedanken bestimmt: Ich
muss glauben, ich muss beten, ich muss in die Kirche, ich muss … Und wenn wir das kritisch hinterdenken, dann finden wir durchaus Aspekte unseres Glaubens, die ganz anders
funktionieren, wo das Geschenk, und Gnade und auch Stellvertretung eine zentrale Rolle spielen. Bibelverse wo deutlich wird, dass es nicht auf die eigene Leistung ankommt. Mir fällt ein:
- Jesus, der stellvertretend für uns am Kreuz stirbt und uns dadurch alles schenkt.
- Fürbitte: Ob gläubig oder nicht, wir sollen Menschen im Gebet vor Gott bringen und er wird auch diese Gebete hören
1.Tim 2,1 Das Gemeindegebet So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle
Menschen,
- 1.Kor 7,14
Denn der ungläubige Mann ist geheiligt durch die Frau, und die ungläubige Frau ist geheiligt durch den
gläubigen Mann.
- Kindertaufe: Eltern und Paten glauben stellvertretend für das Kind und bringen es im Glauben vor Jesus.
Unser Glaube zeigt an den wesentlichen Stellen immer wieder, dass es auf unsere eigene Leistung nicht
ankommt, und dafür bin ich extrem dankbar. Das Wichtigste bekommen wir geschenkt, wir können es nicht kaufen und nicht verdienen. Selbst der Glaube ist ein Geschenk, den wir nicht selbst machen können.
Und weil unser Glaube keine Leistung ist, ist es so wichtig eingebunden zu sein in eine Gemeinschaft von Brüdern und Schwestern.
- Wenn ich mal nicht mehr kann,
- wenn mein Glaube müde geworden ist,
- wenn ich am Stock gehe,
- wenn ich Jesus aus dem Blick verloren habe,
dann sind da vier Brüder oder Schwestern die mich schnappen und vor Jesus bringen. Jemanden vor Jesus bringen: Das ist Glaube.
Wie oft lähmt mich etwas, meine Lebenssituation, meine Probleme, meine Krankheit, meine Sorgen …
Da ist es gut in einer Gemeinschaft zu glauben, die stellvertretend für einen betet, bittet, glaubt. Das haben
sie doch sicherlich auch schon erlebt, dass man müde in einen Gottesdienst geht, in ein Gespräch, in einen
Kreis und kommt gestärkt und mit neuer Kraft wieder heraus. Da wird man plötzlich vom Glauben der anderen ein Stück getragen. Da bringt der Glaube des anderen mich plötzlich weiter.
Es gibt keine christlichen Einzelkämpfer, keine hochdekorierten Singlejünger, keine Glaubens-Rambos.
Wir gehören in unsere Gemeinden, in Hauskreise und Gebetsgruppen … das können wir von den vier Männern lernen. Als Jesus
Ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten … Wir sollen und dürfen den Schwachen im Glauben helfen und sie vor Jesus bringen.
Hindernisse des Glaubens
Auch wenn die Geschichte für unsere vier Helden gut ausgeht, so sah das am Anfang gar
nicht gut aus. Kaum hatten sie ihren Freund auf der Matte bis zum Haus den Petrus getragen, da sahen sie von ferne schon das Problem: Die Leute stehen schon dicht gedrängt bis auf die
Straße: Wie sollen sie zu viert den Gelähmten ins Haus vor Jesus bringen? Das ist ein ernstes Hindernis. Was tun? Was würden wir tun?
Die Idee war ja eigentlich gut, aber irgendwie geht es jetzt nicht weiter. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten:
- Ist das ein Zeichen dafür, dass es nicht Gottes Wille ist? ...sonst würde er jetzt doch keine Steine in
den Weg legen? Soll man jetzt die Flinte ins Korn werfen?
- Oder ist das eine Aufforderung zum vertieften Glauben. Jetzt muss ich zeigen wie groß mein Vertrauen auf Gott ist? Jetzt erst recht?
Kennen sie die Fragestellung auch, wenn plötzlich etwas das am Anfang eine gute Idee war plötzlich ins
Stocken gerät und sich dann Zweifel breit machen? Ist das immer noch Gottes Wille oder ein Zeichen aufzuhören, wenn in der Jugendgruppe immer weniger Teilnehmer kommen? Wenn es plötzlich Kritik hagelt?
Wenn es plötzlich mühevoll wird? Das ist im Einzelfall nicht einfach zu beantworten, aber unsere vier Freunde sind nicht zu bremsen: Den
Kranken aufs Dach zu hieven, das Dach zu beschädigen … kein Problem! Ärger mit Petrus, die entstehenden
Kosten, eine drohende Anzeige, nichts kann sie stoppen, denn ihr Freund ist in Not und nur Jesus kann ihm
helfen. Und unsere Jungs sind extrem kreativ für eine gute Sache: Ist die Tür zu klein … gehen wir übers Dach und decken die Hütte ab.
Von diesem Glauben hätte ich gerne eine dicke Scheibe ab. Im wahrsten Sinne: keine Mühen und Kosten
scheuen, keiner Diskussion und keinem Gelächter aus dem Weg gehen im Vertrauen auf Jesus. Es ist dieser kreative, kompromisslose Glaube der Männer, den Jesus sieht und ihn veranlasst dem Gelähmten
die Sünden zu vergeben. Wie kann man Glauben sehen? Ein Haufen loser Putz, vier staubige Gesichter durch ein Loch in der Decke, ein abgeseilter Freund … Man kann Glaube sehen: durch tätige Liebe.
Gal 5,6 Denn in Christus Jesus gilt ... der Glaube, der durch die Liebe tätig ist.
Aber lassen Sie uns noch über das Hindernis für unseren Gelähmten nachdenken. Was hat ihm eigentlich den
Zugang zu Jesus verwehrt? Es waren die Mauer von Menschen die aufmerksam der Predigt von Jesus gelauscht haben. Es waren die Gläubigen. Leute, die begeistert Jesu Worten lauschten und den Bedürftigen nicht sehen.
Eine kritische Frage: Kann es sein, dass wir durch unser Christsein Menschen im Weg stehen, die zu Jesus wollen?
Menschen, die anders sind, in Ihrer Kultur und Sprache, Menschen, die Schwierigkeiten haben, Menschen in Not?
Ist es denkbar, dass wir hier in der Kirchengemeinde und in unseren Kreisen zwar eine offene Türe zeigen, aber eigentlich eine geschlossene Gesellschaft sind für andere.
Sind wir vielleicht ein Kuschelverein der Geretteten, in dem sich alle mögen, aber nicht wirklich offen für Andere, Anders denkende, Fremde? Wo bin ich persönlich ein Hindernis für Andere?
Wo stehe ich der Sache Jesu im Weg?
Heil und Heilung
Jetzt kommt der große Moment: Der Gelähmte liegt vor Jesus am Boden. Wird Jesus jetzt
vor aller Augen ein Wunder tun? Werden Sie alle Zeuge der Heilungskraft, die von ihm ausgehen soll? Was wird der Gelähmte gedacht haben, die Freunde auf dem Dach? Jetzt wird sich zeigen ob
ihr Vertrauen gerechtfertigt ist. Und dann spricht Jesus:
Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben.
Da haben wir es wieder, denkt so mancher Zuhörer, wenn´s drauf ankommt kneifen sie doch alle. Wir wollten
eine Heilung sehen. Jetzt kommt diese billige Ausrede, die keiner überprüfen kann. Hat die Kirche mal wieder nur etwas zu bieten was man nicht nachprüfen kann, etwas Unsichtbares?Was denkt wohl der Kranke?
Enttäuschung? Wir wissen nur von einer Reaktion; die der Schriftgelehrten: „Nur Gott kann Sünden vergeben! Er lästert Gott“
In diesem Moment fällen Sie Ihr Urteil. Jetzt haben Sie die Antwort auf die Frage, die sie hergeführt hat. Jetzt
wissen Sie, dass Jesus kein Prophet sein kann, da er sich anmaßt, was Gott alleine kann: Sünden vergeben“ …
Sie waren der Antwort ganz nahe, aber sie haben die Lösung einfach nicht gesehen „Wenn Jesus Sünden vergibt, und nur Gott Sünden vergeben kann, dann heißt das doch, dass Jesus....Gott ist!“
Sie sehen, hier wird eine ganz zentrale Frage entschieden, eine lebensentscheidende Frage: Ist Jesus ein Lästerer … oder ist Jesus Gott!“
Eine Frage auf die Sie selbst auch eine Antwort finden müssen, und die Konsequenzen für Ihr Leben ziehen.
Aber warum heilt Jesus den Mann nicht? Er weiß doch, warum er durch das Dach abgeseilt wurde?
Jesus geht es zuerst um Heil und dann um Heilung.
Jesus will nicht die Symptome lindern sondern die Ursache allen Leides beheben.
Vorsicht: Es geht nicht darum, dass eine Sünde die Ursache für die Erkrankung des Gelähmten ist. Das ist blanker Unfug.
Es geht darum, dass der Kranke ein noch viel größeres Problem hat als seine Lähmung, noch bedrohlicher und absolut tödlich .. bis in Ewigkeit!
Jesus will an die Wurzel gehen, da gefällt mir das lateinische Wort sehr: radikal. Jesus will das Problem radikal
lösen. Und das Lebensproblem für diesen Mann und für uns alle ist das Getrenntsein von Gott. Die Bibel nennt es einen unüberwindlichen Abgrund, einen Sund. Daher das Wort: Sünde. Dieser Abgrund trennt uns vom
lebendigen Gott, dieser Abgrund trennt uns vom Leben.
Ein Astronaut auf Abwegen...
Die Beziehung zu Gott ist abgebrochen, zerstört.
Wir sind raus aus dem Garten Eden, raus aus der Beziehung mit Gott wie ein Astronaut der die Raumstation ISS verlassen hat und der das Halteseil gekappt hat. Nun treibt er langsam ins Weltall hinaus,
und wir wissen was ihn erwartet wenn der Sauerstoff ausgeht, wenn die Batterie für die Heizung des Raumanzug entladen ist. So treiben wir Menschen weg von Gott, dem sicheren Tod entgegen. Ob der
Astronaut im Moment glücklich ist oder nicht, ob ihm kalt ist oder warm, ob er Schnupfen hat oder wie es ihm
seelisch geht ist zweitrangig. Das oberste Ziel ist: Der Junge muss wieder in die Raumstation, sonst wird er sterben.
Jesus erkennt das große Problem: Wir müssen wieder zurück zu Gott, zum Leben. Der Riss zwischen Gott und uns muss überwunden werden, sonst haben wir mit viel Glück 80 gute Jahre in denen wir durch das Weltall
treiben … Es geht Jesus um das Wesentliche, die Würde des Menschen, den Sinn des Lebens, unser Ziel und unsere Bestimmung bei Gott. Es geht Jesus um Heil.
Die Schriftgelehrten haben verstanden, dass das Vergeben von Sünden ungleich schwerer ist als körperliche
Heilung. Gute Ärzte, moderne Medizin, Pharmakologen verbringen heute Wunder. Ich bin ein großer Freund von Kopfschmerztablettenherstellern. Wir erleben oft wundersame Heilungen und den Gewinn an neuer
Lebensqualität. Menschen gesund machen, das ist nicht was Jesus einzigartig macht.
Aber Vergebung der Sünden ist eine so tiefgreifende Korrektur wie nur Gott allein sie vermag. Man muss ganz
tief angreifen, an der Wurzel, ganz radikal … Jesus wird das tun, für uns alle am Kreuz. Dort wird er dieses Problem lösen und am dritten Tage beweisen,
dass die Schriftgelehrten mit ihrem Urteil komplett falsch gelegen haben: Jesus ist kein Lästerer, sondern Gott in Person. Jesus beweist es vor Ihren Augen durch die Heilung des Kranken.
Wo bin ich?
Am Ende stellt sich mir die Frage wo ich eigentlich in diesem Text vorkomme?
Wir haben von stellvertretendem Glauben gehört, von der Hilfe im Glauben: Bin ich ein Mensch, der in einer Gemeinde aufgehoben ist, der gerade lahmt im Glauben und der von anderen getragen wird? Gut, dass wir diese Gemeinschaft haben!
Oder bin ich einer der vier Freunde, die eine tragende Funktion haben. Bei denen Früchte der Glaubens sichtbar sind, wenn sie die Ärmel hochkrempeln, beharrlich sind, keine Mühen und Kosten scheuen und der
Kirche aufs Dach steigen? Wenn sie kreativ sind, über die Stränge schlagen, den Putz von der Decke klopfen. Was für ein Glaube!
Da können wir viel von den Jugendlichen lernen, die unruhig auf der Kirchenbank sitzen aber dafür keine Angst haben, dass man sie schräg anschaut wenn Sie verrückte Sachen für Jesus machen.
Wir haben von Hindernissen gehört. Stehen wir bei der Gruppe der Zuhörer, die wie eine Wand dem Lahmen den Zugang zu Jesus verhindern?
Sind wir ein Hindernis für andere, die Jesus kennen lernen wollen. Wo stehen wir der Sache Jesu im Weg?
Wir haben von Heil und Heilung gehört.
Haben wir unser Heil festgemacht in Jesus? Haben wir das Angebot Jesu angenommen und leben wieder in der Beziehung zu Gott, dem wir unser Leben anbefehlen und mit dem wir es gestalten. Und wenn dem so ist, sind
wir dann bei der Menschenmenge die Gott dafür lobt und preist: Wir haben so etwas noch nie gesehen! … oder treiben wir haltlos hinaus ins Weltall, wie unser Astronaut...
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